Eine solide Vorbereitung auf die Ehe

In einer Welt, in der die Ehe für viele an Bedeutung verloren zu haben scheint, bleibt eine gründliche Vorbereitung auf diese Verbindung essenziell, um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Wie im Buch „Die Renaissance der Familie“ betont wird, ist die Ehe nicht lediglich ein sozialer Vertrag, sondern ein privilegierter Weg zur persönlichen und familiären Erfüllung. Basierend auf den Beiträgen von Experten wie Bradford Wilcox, Juan Manuel Cotelo, José Víctor Orón Semper, Miriam Cenoz Larrea, Pep Borrell Vilanova, Clara María Arranz Hierro und María Álvarez de las Asturias untersucht dieser Artikel die wesentlichen Grundlagen für eine effektive Ehevorbereitung. Es geht dabei nicht nur um die Planung einer Hochzeit, sondern um die Fähigkeit, zu unterscheiden, zu wachsen und sich auf die wahre Liebe einzulassen, indem Ängste überwunden und unrealistische Erwartungen hinterfragt werden.

Das Vorwort des Buches, verfasst von Javier Vidal-Quadras, erinnert uns daran, dass die Familie der natürliche Ort des Menschen ist – ein Rückzugsort vor Individualismus und Einsamkeit. Damit eine Ehe jedoch gedeihen kann, ist es entscheidend, sich von der Kindheit bis hin zur endgültigen Verpflichtung darauf vorzubereiten. Im Folgenden werden zehn grundlegende Säulen zusammengefasst, die aus den Perspektiven der genannten Experten abgeleitet wurden und die Grundlage für eine dauerhafte Verbindung bilden.

Säulen für eine solide Ehevorbereitung

1. Die Bedeutung der Ehe in der heutigen Gesellschaft anerkennen

Wie Prof. Bradford Wilcox erklärt, ist die Ehe in einer Kultur, die von der sogenannten „Midas-Mentalität“ dominiert wird – bei der Geld und individuelle Freiheit über Beziehungen gestellt werden –, wichtiger denn je. Studien zeigen, dass verheiratete Paare glücklicher, finanziell stabiler und weniger anfällig für Einsamkeit sind. Sich auf die Ehe vorzubereiten bedeutet, Mythen wie „Die Ehe ist aufgrund von Scheidungen ein schlechtes Geschäft“ zu hinterfragen, da die Scheidungsraten gesunken sind und die meisten Ehen Bestand haben, wenn sie auf dem Prinzip „Wir vor Ich“ beruhen.

Frage zur Reflexion: Bist du bereit, dem Sinn Vorrang vor materiellem Erfolg zu geben?

„Heiraten ist keine romantische Geste und auch keine obligatorische Etappe. Es ist eine Wahl, die unsere Persönlichkeit formt.“ – José Víctor Orón Semper

2. Die Verlobungszeit als spirituelle Unterscheidung

Juan Manuel Cotelo betont, dass die Verlobungszeit eine Phase der geistigen Unterscheidung ist, nicht nur eine Zeit des Genusses. Das stärkste Lebensprojekt ist die volle Vereinigung mit Gott, die die Beziehung auch in schwierigen Zeiten trägt. Cotelo empfiehlt, sich wie Jesus zu verhalten: mit Dienstbereitschaft, Vergebung und Demut. Der Verzicht auf körperliche Intimität vor der Ehe fördert eine tiefere spirituelle Intimität.

Schlüsselgedanke: Gemeinsam beten und einen Partner wählen, der sich nicht nur romantisch, sondern auch opferbereit engagiert.

3. Sich auf die Liebe vorbereiten: Innere Transformation

José Víctor Orón Semper warnt davor, die Ehe als bloße romantische Geste zu betrachten. Vielmehr ist sie eine Entscheidung, die die Persönlichkeit formt. Lieben bedeutet, sich durch den anderen transformieren zu lassen und das Leid als Wachstumsprozess zu akzeptieren.

Schlüsselfragen: Bist du bereit, zu lieben, ohne sofortige Gegenseitigkeit zu erwarten? Kannst du Inkonsequenzen und Schwächen des anderen ertragen?

Die Vorbereitung umfasst auch die Heilung vergangener Wunden und das Sammeln von Ressourcen, um sich bedingungslos hinzugeben. Professionelle Unterstützung, wie psychologische Begleitung, kann in diesem Prozess hilfreich sein.

4. Die Verlobungszeit: Verletzlichkeit akzeptieren und kommunizieren

Miriam Cenoz Larrea beschreibt die Verlobungszeit als eine Phase, in der man sich emotional „entblößt“, ohne sich für Unvollkommenheiten zu schämen. Ehrliche Kommunikation verhindert zukünftige Brüche; das Teilen von Ängsten und Differenzen bereichert die Beziehung. Das Leben in Keuschheit stärkt Geduld und Respekt. Die Verlobungszeit sollte das Beste aus beiden Partnern herausholen und sie auf eine Ehe vorbereiten, die offen gegenüber der Gesellschaft steht, statt ein egoistisches „Refugium“ zu schaffen.

„Die Verlobungszeit bereitet uns darauf vor, die Welt neu zu gestalten. Sie hilft uns, uns selbst kennenzulernen und zu entdecken, dass unsere eigene Schwäche genau das ist, was uns mit dem anderen verbindet.“ – Miriam Cenoz Larrea

5. Zehn Dinge, die vor der Ehe bedacht werden sollten

Pep Borrell Vilanova gibt praktische Ratschläge:

  • Was du siehst, ist das, was du bekommst: Akzeptiere die Stärken und Schwächen deines Partners, ohne auf Veränderungen zu hoffen.
  • Keine Bequemlichkeit: Wähle jemanden, der bereit ist, sich für die Beziehung anzustrengen.
  • Der Verlobungszeit sollte dein Leben bereichern: Sie ist keine Verpflichtung, sondern ein Gewinn.
  • Kein Respektverlust, niemals.
  • Die Verlobung ist zum Unterscheiden da: Entweder heiraten oder loslassen.
  • Sex sollte nicht vorzeitig „fließen“: Er ist die Sprache der totalen Liebe.
  • Reden, um sich kennenzulernen: Themen wie Glaube, Kinder, Bildung, Schwiegerfamilie und Finanzen sollten besprochen werden.
  • Angemessene Zeiträume: Weder zu lange hinauszögern noch überstürzen.
  • Gemeinsamer Glaube stärkt die Beziehung.
  • Unterscheide zwischen Meinungen, wichtigen und schwerwiegenden Dingen.

Liebe ist eine Entscheidung, nicht nur ein Gefühl.

„Wir müssen erreichen, dass unsere Kinder sagen: ‚Ich möchte eine Ehe wie die meiner Eltern.‘“
Pep Borrell Vilanova

6. Schlüssel zur Schaffung eines glücklichen Lebens: Phasen der Vorbereitung

Clara María Arranz Hierro unterteilt die Vorbereitung in drei Phasen:

  • Ferner Vorbereitungsprozess (remota): Entwicklung von Tugenden wie Großzügigkeit und Respekt von der Kindheit an.
  • Mittelfristige Vorbereitung (mediata): Unterscheidung über die Freiheit und das Wissen, was Ehe bedeutet.
  • Unmittelbare Vorbereitung (immediata): Gemeinsame Reflexion, Transparenz und die Einbindung der Gemeinschaft.

Eltern und Erzieher sollten die Schönheit der Ehe durch ihr Vorbild vermitteln. Zudem ist die Begleitung in der Zeit nach der Hochzeit entscheidend für die Stabilität der Beziehung.

7. Die Angst vor Bindung überwinden und an die Liebe glauben

María Álvarez de las Asturias argumentiert, dass hinter der „Angst“ oft der Wunsch nach ewiger Liebe steckt, jedoch fehlt eine affektive Bildung. Gefühle, Vernunft und Wille müssen im Gleichgewicht stehen.

Frage zur Reflexion: Wähle ich diese Person wirklich für immer?

Das Ansprechen von Unterschieden und Wunden kann Krisen vorbeugen. Lieben bedeutet, den anderen so anzunehmen, wie er ist, und gemeinsam ein treues, menschliches Projekt aufzubauen.

Fazit

Eine solide Vorbereitung auf die Ehe verwandelt Angst in Vertrauen und romantische Ideale in ein echtes Engagement. Wie das Buch zusammenfasst: Liebe ist kein Glücksfall, sondern eine tägliche Entscheidung zur Hingabe. Eltern, Erzieher und junge Menschen sollten von klein auf Unterscheidungsvermögen, Kommunikation und den Glauben an dauerhafte Liebe fördern. Mit diesen Schlüsseln überlebt die Ehe nicht nur, sondern sie blüht als Quelle persönlichen und gesellschaftlichen Glücks auf.

Bist du bereit, die Ehe zu bauen? Der Weg beginnt heute mit einer ehrlichen Entscheidung die Beziehung zu unserem Partner stärken, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes bereichern.

Reflexionsfragen

1. Welche Werte und Tugenden halte ich für essenziell, um eine stabile und erfüllte Ehe aufzubauen – und wie lebe ich diese bereits in meinem Alltag?

  • Reflektieren Sie, ob Ihre aktuellen Handlungen und Einstellungen mit Ihren Vorstellungen von einer erfolgreichen Ehe übereinstimmen.

2. Wie gut kenne ich meinen Partner und seine Vorstellungen von Ehe, Familie und gemeinsamen Zielen?

  • Überlegen Sie, ob es Themen gibt, die noch vertieft besprochen werden sollten, um eine gemeinsame Basis zu schaffen.

3. Bin ich bereit, an mir selbst zu arbeiten und Schwächen zu akzeptieren, um in der Ehe zu wachsen und eine echte Verbindung aufzubauen?

  • Denken Sie darüber nach, wie Sie sich persönlich weiterentwickeln können, um eine starke und liebevolle Partnerschaft zu fördern.

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Autor

Dr. Karl-Maria de Molina

CEO & Co-Founder

ThinkSimple.io Projektleiter und Vorstand Family Valued

Family Valued

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