Demografische Entwicklung und Singles in Südkorea

Heutige Situation in Südkorea

Vor einigen Wochen hat die zdf-Journalistin Miriam Steimer einen Artikel über die niedrige Geburtenrate in Südkorea online gestellt (Link unten). Die Überschrift des Artikels lautet „Warum Südkoreanerinnen keine Kinder kriegen“.

Frau Steimer nennt einige Punkte, die den Grund für die niedrige Geburtenrate erklären könnten: „Lieber ein Hund als ein Kind – so entscheiden viele junge Paare in Südkorea. Manche Frauen sind noch radikaler. Ihre Regeln: keine Kinder, keine Ehe, keine Dates und kein Sex“.

Hinter dieser Aufzählung verbergen sich Missstände, die diese Regeln wenigstens teilweise erklären können: Korea ist weit entfernt von Equal-Pay und Gleichberechtigung, aber auch von einer fairen Aufteilung der Erziehungsarbeit. Vielmehr sind Ehefrauen wie Singles Opfer von Männergewalt. Diese Missstände mögen zu den oben genannten Regeln beigetragen haben.

Dem südkoreanischen Staat ist klar, dass Kinderlosigkeit zu einer demografischen Katastrophe führen wird. Südkorea ist wach geworden und auf Lösungssuche. Vor einem Jahr hat eine südkoreanische Delegation europäische Verbände kinderreicher Familien besucht, um Information einzuholen, wie sich die Situation der Familien in diesen Ländern darstellt und daraus Korrekturmaßnahmen fürs eigene Land abzuleiten.

Wie Deutschland die Situation der Familien verbessern will

Welche „Lessons Learned“ könnten Südkoreaner von uns mitnehmen? Da auch Deutschland eine niedrige Geburtenrate aufweist, hat man sich über die Jahre Gedanken gemacht und bereits einige Maßnahmen eingeleitet. Diese reichen bei weitem nicht aus.

Aus Sicht von Karl-Maria de Molina eine echte „Wertschätzung für die Familie“. Das lässt sich nur durch einen Ruck in der Gesellschaft erreichen, weniger durch politische Maßnahmen. Mütter, die der Kinder wegen nicht bzw. nur halbtags arbeiten, gelten für manche als Menschen zweite Klasse. Ihr Beitrag für die Gesellschaft wird gänzlich übersehen. Vollzeit arbeitende Singles gelten in einigen Kreisen mehr als Mütter in Teilzeitarbeit. Den Wert der Arbeit der Mütter in der Kindererziehung können wir jedoch nicht genug würdigen.

Hier einige Beispiele:

Die Liste der im Buch aufgeführten “Best Practices“ ist lang. Daher sei hier direkt aufs Buch verwiesen.

Kehren wir zurück zum Artikel über Südkorea. Mit folgendem Statement beendet Frau Steimer ihren Artikel: „So lange es so viel Ungerechtigkeit, Sexismus und Gewalt gegen Frauen in Korea gibt – und solange der finanzielle Druck auf Familien sich nicht ändert, wird sich wohl auch an der niedrigen Geburtenrate nichts ändern“.

Family Valued
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